Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. der gesunde Spagat zwischen Beruf und Familie findet sich mehr und mehr in den Medien, in der Gesellschaft und im Kontext Unternehmenskultur.

Eine achtsame und gesunde Vereinbarkeit der Lebenswelten ist nicht nur wünschenswert, sondern essenziell für unsere Gesundheit und das Erleben von Familie und Beruf.
 

Neben den äußeren Rahmenbedingungen...

Wie ist die Betreuung der Kinder sichergestellt? 
Wie ist das Familienleben organisiert, so dass beide Elternteile so arbeiten können, wie sie es sich vorstellen oder es notwendig ist?

 …ist eine noch viel entscheidendere Rolle meine innere Haltung.

Es ist meine mentale Einstellung, wie ich all die Themen von Beruf und Privat vereinbare. Vereinbarkeit beginnt (wie viele andere Themen im Leben auch) im Kopf und bestimmt maßgeblich, dass ich gesund, in Balance und entspannt bleibe.

Das Thema Selbstfürsorge und Achtsamkeit spielt in diesem für viele empfundenen Spagat zwischen Beruf und Familie eine große Rolle.

 

Selbstfürsorge ist meist ein empfundenes Luxusgut, das wir aber unbedingt zur Gewohnheit werden lassen dürfen. Achtsamkeit beinhaltet das Sein im hier und jetzt und die Wahrnehmung meiner Gefühle und Bedürfnisse, ohne sie zu werten, d.h. uns erst einmal zu spüren und dann zu entscheiden, was wir tun.

Um unseren Job und das Privatleben nicht nur irgendwie funktionieren zu lassen, sondern auch zu leben und zu genießen, können wir auf Basis der Selbstfürsorge und Achtsamkeit eine entspannte Klarheit entwickeln, Prioritäten setzen und dadurch aus dem Hamsterrad aussteigen und in den Moment zurückkehren.

In den Lebenswelten, in denen wir uns mittlerweile sehr schnell hin und her bewegen und die durch HomeOffice, Handys und viel Erreichbarkeit ineinander übergehen, ist es an uns Grenzen zu setzen. Bewusst und achtsam mit uns zu sein! Was brauche ich, um mich zu erholen, um zwischendurch Gas zu geben, um da zu sein? Wir verlieren in der Schnelllebigkeit häufig den Kontakt zu uns und spüren manchmal gar nicht, was wir brauchen und möchten. Funktionieren steht da eher an der Tagesordnung.

Ich möchte Mut machen, das Funktionieren hinter sich zu lassen, und das Erleben zu leben. Mit unseren Stärken und Schwächen! Im Job, in der Familie, im Freundeskreis. Wir dürfen Grenzen setzen und für uns die Entscheidung treffen das ist mir zu viel, das mache ich morgen oder nehme Hilfe an und gebe es ab.

Warum fühlt sich der Alltag manchmal so schwer und anstrengend an?

Unsere Wahrnehmung der Dinge macht viele Situationen oder Dinge, die zu tun sind, häufig größer als sie sind. Wir sind im Alltag im Dauerstress-Modus und unser Körper läuft im uralten Mechanismus auf Überleben. In diesem Modus empfinden wir die Socke, die auf dem Boden liegt oder die neue Email, die eingeht schnell als zu viel oder das auch noch. Wir fühlen uns in einer Überforderung bis hin zu Ängsten und Sorge, dass wir das alles nicht schaffen. Das macht uns mittel- bis langfristig krank! Ein neutraler Blick auf die Dinge würde den Alltag anders sehen und eins nach dem anderen möglicher machen(Achtsame Lebenshaltung).

 

Warum ist Atmen in solchen Momenten so wichtig?

In stressigen Situationen können wir dem Körper durch regelmäßiges und bewusstes Atmen signalisieren du bist sicher, du musst nicht ums Überleben kämpfen. Wir kommen weg von der flachen Atmung, die wir im Überlebensmodus haben und brechen dadurch aus der Stressspirale aus.

 

Was sind Warnsignale, dass uns der Alltag "zu viel" ist?

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schlafstörungen
  • innere Unruhe
  • Magenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Verspannungen im Hals-Nacken-Bereich
  • Aggression
  • soziale Isolation
 

Was kann ich in stressigen Situationen tun?
Erste-Hilfe für das Kopfkarussell

  • 3-4 Mal tief ein- und ausatmen

  • zu sich selber "STOP" sagen und das Gedankenkarussell anhalten

  • Aufschreiben was im Kopf herumschwirrt und ggf. Prioritäten setzen

  • Einschalten der Sinne durch die 5-4-3-2-1 Methode: 5 Dinge, die ich sehe - 4 Dinge, die ich höre - 3 Dinge, die ich rieche - 2 Dinge, die ich fühle - 1 Sache, die ich schmecke

  • sich selbst in den Mittelpunkt stellen und wahrnehmen: Was brauche ich? (z.B. einen entspannten Kaffee, die Sporteinheit im Alltag, Meditation, Natur)

  • ODER: Einfach mal nichts tun!
 

Was kann der Arbeitgeber für das Thema Vereinbarkeit von Beruf & Familie tun?

  • Mentale Gesundheit zum Thema machen und Transparenz schaffen
  • Kommunizierte Grenzen von Arbeitnehmer:innen ernst nehmen und darüber sprechen (z.B. Schwierigkeiten in der Betreuungsabdeckung, Herausforderungen in der Familie)
  • Flexible Arbeitszeiten im Rahmen von Familien ermöglichen
  • Gesundheitsfördernde Maßnahmen anbieten, z.B. Workshops zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Resilienz im Alltag 
  • Einzel-Coachings ermöglichen zur Klärung von persönlichen Themen
  • Ansprechpartner:in benennen für "Erste Hilfe" im Unternehmen
 

Podcastfolge

Wir haben gemeinsam mit Anne Fürwentsches auch eine Podcastfolge zu diesem Thema aufgenommen.

Viel Spaß beim Reinhören!

 

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Landpartie 2025: Medizinstudierende erleben das Weserbergland als Lebens- und Arbeitsort

Mit einer herzlichen Verabschiedung ist in der letzten Woche der dritte Durchgang der diesjährigen Landpartie geendet – ein gemeinsames Projekt der Gesundheitsregionen Hameln-Pyrmont und Schaumburg zur Förderung des hausärztlichen Nachwuchses im ländlichen Raum.
14. November 2025

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Rund 90 Fachkräfte aus Kliniken, sozialen Diensten, Beratungsstellen und weiteren Einrichtungen der psychiatrischen Versorgung kamen am 5. November 2025 beim Fachtag des Sozialpsychiatrischen Verbundes Hameln-Pyrmont zusammen.
24. September 2025

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1. September 2025

Film ab für mehr Verständnis-Kostenlose Filmvorführung zum Thema Depression

Um mehr Aufklärung zu schaffen und das Thema Depression öffentlich sichtbarer zu machen, lädt der Sozialpsychiatrische Verbund Hameln-Pyrmont gemeinsam mit dem Bündnis gegen Depression Hameln-Pyrmont zu einer besonderen Kinovorführung des Films „Expedition Depression“ ein.