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23. September 2024Wann bin ich in der Notaufnahme an der Reihe?
Das Manchester Triage System (MTS) ist ein standardisiertes Verfahren, welches in der Notaufnahme hilft, Patient:innen nach Dringlichkeit und Schwere ihrer Erkrankung oder Verletzung zu priorisieren.
In der Notaufnahme werden viele Patient:innen mit unterschiedlichen Symptomen gleichzeitig behandelt, mit dem MTS kann eine schnelle und effiziente Einteilung der Patient:innen in fünf Prioritätskategorien gewährleistet werden. Lebensbedrohliche Zustände werden sofort erkannt und behandelt, während weniger akute Fälle entsprechend später versorgt werden. Diese strukturierte Vorgehensweise trägt nicht nur zur Verbesserung der Patient:innen-versorgung bei, sondern optimiert auch den Einsatz der medizinischen Ressourcen und die Kommunikation des beteiligten Personals in der Notaufnahme.

Die 5 Stufen im Manchester Triage System
Das MTS basiert auf einer Einstufung von fünf verschiedenen Dringlichkeitsstufen, die durch Farbkennzeichnungen angezeigt werden. Jede Stufe entspricht einer bestimmten Zeitspanne, innerhalb derer der Patient/die Patientin behandelt werden muss. Die Dringlichkeit wird durch eine schnelle Ersteinschätzung der Symptome bestimmt. Hierzu werden eine strukturierte Befragung und eine körperliche Untersuchung durchgeführt, um die Schwere der Beschwerden zu beurteilen.
Lebensbedrohlich (1-2 Minuten)
Patient:innen, die mit akuten, lebensbedrohlichen Symptomen in die Notaufnahme kommen, erhalten die höchste Priorität. Hierzu zählen z.B. Herzinfarkte, Schlaganfälle, schwere Atemnot oder schwerste Verletzungen. Diese Patienten müssen sofort behandelt werden, da eine Verzögerung ihrer Behandlung lebensbedrohliche Konsequenzen haben kann.
Sehr dringend (10 Minuten)
Patient:innen, bei denen es sich um ernste, aber nicht unmittelbar lebensbedrohliche Beschwerden handelt, die jedoch eine schnelle medizinische Behandlung erfordern, werden in die Kategorie "Orange" eingestuft. Hierzu gehören beispielsweise Patient:innen mit schweren Schmerzen, akuten Infektionen oder schweren allergischen Reaktionen. Diese Patient:innen benötigen eine schnelle Behandlung, aber die Gefahr für das Leben besteht nicht sofort.
Dringend (60 Minuten)
In diese Kategorie fallen Patient:innen mit Beschwerden, die eine eingehendere medizinische Untersuchung und Behandlung innerhalb einer Stunde erfordern. Es handelt sich dabei um Patient:innen, bei denen eine verschobene Behandlung in den meisten Fällen keine sofortige Gefahr darstellt, aber dennoch eine zügige Versorgung wichtig ist. In diese Kategorie fallen z.B. Patient:innen mit hohem Fieber, leichteren Atembeschwerden oder Verletzungen, die einer weiteren Abklärung bedürfen.
Weniger dringend (90 Minuten)
Patient:innen, deren Zustand keine unmittelbare Gefahr für ihr Leben darstellt und deren Beschwerden weniger schwerwiegend sind, werden als "grün" klassifiziert. Diese Patient:innen können oft auf eine Behandlung warten und erhalten keine sofortige medizinische Intervention. Dies könnten z.B. eine leichte Schnittwunde oder Erbrechen sein. Die Patient:innen müssen zwar untersucht und behandelt werden, aber die Dringlichkeit ist geringer.
Nicht dringend (120 Minuten)
Diese Patient:innen haben in der Regel Beschwerden, die keine medizinische Notfallbehandlung erfordern. Sie werden in die Notaufnahme aufgenommen, aber ihre Situation ist weniger dringlich, sodass sie länger warten können. Hierzu gehören beispielsweise Menschen mit chronischen Beschwerden oder Erkältungen, die keine sofortige medizinische Behandlung benötigen.


